MACH UNMÖGLICHES MÖGLICH

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Ich hab oft gehört: „Das ist sehr sportlich.“ „Das wird schwer.“ „Das schaffst du nicht.“ „Das ist unmöglich zu schaffen.“
Nun ja. Schaff ich nicht, kenn ich nicht. Ich bin manchmal wie ein Bock. Manchmal ist das ein Fluch und manchmal, sogar ziemlich oft, ein Segen. Ich bin die Ungeduld in Person. For real. Wenn ich etwas will, dann krieg ich es. Ich würde sagen, koste es was es wolle, aber das stimmt nicht. Ich zahl nicht jeden Preis, sondern den, den ich bereit bin zu zahlen.
Momentan war bei mir wirklich sehr viel los. Ich bin von Zuhause raus, surfte von Couch zu Couch, bis…
ja bis ich mir die Krätze eingefangen hatte. Das wars, dachte ich. Ich muss wieder nach Hause. Und das obwohl ich absolut nicht konnte. Mental versteht sich.
Wieder einen Schritt zurück. Nach 4 Wochen die ich Ruhe hatte und einfach zwischenzeitlich für mich sein konnte.. wieder zurück ins alte Leben.. Unvorstellbar.
Ich hatte davor schon nach Wohnungen gesucht und die Antwort meiner Freunde war oftmals sehr ernüchternd: „Bis zum 01.09? Das schaffst du nicht. Nimm den Druck raus und setz dir realistische Ziele.“
Realistische Ziele also. Was soll das sein?
Wieso ist es unrealistische innerhalb 1 Monat eine Wohnung zu finden? Was für ein Blödsinn. Es ist vielleicht nicht gerade einfach und man braucht viel Ausdauer und vor allem, einer meiner Stärken, WILLENSSTÄRKE, aber es ist alles machbar.
Ich wollte es nicht ihnen beweisen, sondern in erster Line mir.
So deaktivierte ich alle Social Media Accounts, löschte diese von meinem Handy und unteranderem auch WhatsApp. Ich brauchte jetzt kein Mitleid, gut gemeinte Ratschläge oder gar einfach nur störende Nachrichten. Was ich brauchte, war meine volle Kraft und Aufmerksamkeit für eine Wohnung.
Für MEINE Wohnung.
Ich hatte ungefähr 15 Besichtigungen, davon 15 Absagen. Es war wirklich ernüchternd. Dann kam auch noch die verfickte Krätze und ich musste Heim.
Ich sah es fast schon als Niederlage. Meine Nerven lagen blank. Ich dachte nach aufzugeben, aber Aufgeben ist keine Option. Es juckte am ganzen Körper und ich konnte natürlich die ganzen anderen Besichtigungstermine nicht wahrnehmen. Und wie das halt so ist, wurde die Liste der Immobilien immer kürzer, immer weniger Wohnungen wurden inseriert. Auf die Wohnungen die jetzt online waren, waren am ersten Tag schon über 1000 Klicks und mindestens 50 Bewerber. Keine Chance dachte ich.
Doch ich schrieb weiter und weiter.
Währenddessen wurde es für mich Zuhause unerträglicher und suchte das Gespräch. Ein Gespräch was schon viel zu lange überfällig war. Ich setze mich mit meinen Eltern an den Tisch und packte alles aus. Kein Vorwurf, keine Unterstellung sondern alles was mir auf der Seele lag.
Ihr müsst wissen, das habe ich noch nie gemacht. Ich hab noch nie über meine Gefühle, meine Gedanken oder meine Vergangenheit mit meinen Eltern gesprochen. Ich dachte immer es sei kein Platz dafür. Doch jetzt nahm ich mir den Platz.
Es lief nicht ganz wie erwartet, es eskalierte schnell. Doch nun hatte ich reinen Tisch gemacht.
25 Jahre hab ich nichts gesagt, und jetzt war alles raus.
Ich kam meinen Eltern näher indem ich mich verwundbar gemacht hatte, ihnen von meiner ganzen Vergangenheit erzählt habe, ihnen die Tochter gezeigt die sie aus meiner Sicht niemals haben wollten.
Ich war im reinen mit mir und mit ihnen.
In dem Moment vollzog sich bereits ein Wandel in mir, meiner Welt und meiner Wahrnehmung.
Ab diesem Moment schaffte ich Distanz, von meinem eigentlichen ich zu meinem wahren ich. Der Schein den ich mein Leben lang versucht aufrecht zu halten, war einfach weg.
Es war als ob ich den ganzen Ballast einfach abgeworfen habe. Ich fühlte mich eine Tonne leichter und einfach leer.
Das Verhältnis wurde zunehmend besser in den darauffolgenden Tagen.
Meine Mutter fragte mich gestern ob wir spazieren gehen wollten und ich stimmte zu. Wir gingen und das erste mal konnte ich einfach wirklich offen sprechen ohne zu etwas im Hinterkopf zu haben, ohne die Angst, sie verletzen zu können.
Es war wunderschön. Plötzlich bekam ich eine spontane Zusage für einen Besichtigungstermin, ich war genervt, da ich absolut nicht vorbereitet war. Weder geduscht noch sonst etwas. Der Termin wäre in 1,5 Stunden, wir hatten schon halb 8 und wir müssten eine Stunde auf jeden Fall fahren. Ich war kurz davor abzusagen, doch meine Mutter ermutigte mich, dass ich es schaffen könnte.
So gingen wir schnellen Schritts nach Hause, ich machte mich in Rekordzeit fertig und ich fuhr los.
Besser gesagt wir. Das erste mal nahm ich meine Mutter zu dem Besichtigungstermin mit.
Es war mein Bonus, nämlich das wofür ich mich bei meiner Mutter schämte, bekam ich letzten Endes Pluspunkte, ihren Charme.
Ich als Tochter hab es ganz anders wahrgenommen als außenstehende. Das wurde mir zum ersten Mal bewusst. Der Vermieter war so glücklich, sodass er mir an diesem Abend versicherte er sage alle weiteren Besichtigungen ab und würde mir den Mietvertrag direkt zukommen lassen.
DREI MAL DÜRFT IHR RATEN WER GERADE DEN MIETVERTRAG UNTERSCHRIEBEN HAT UND ZUM 01.09 IN SEINE ERSTE WOHNUG EINZIEHT?????????????
RICHTIG ICH!!!!!

Was ich daraus für mich mitnehme:
im Leben kommt meistens alles anders als man denkt oder es sich wünscht.
Es kommt IMMER alles zum richtigen Zeitpunkt.
Durchhaltevermögen ist wichtiger als Geduld. Ohne Ungeduld würde man es sich zu gemütlich machen.
Gott hat einen Plan und du kannst weinen, schreien, dich versuchen zu widersetzen, doch letzten Endes kommt alles sowieso so wie es soll.
Vertraue mehr auf das, dass alles zu deinem Gunsten kommt, auch dann wenn es manchmal nicht so scheint.
Gott hat einen Plan und deine Aufgabe ist es einfach zu vertrauen, und weiter zu machen, nicht stehen zu bleiben, sondern alle möglichen Optionen in Betracht zu ziehen. Und wenn etwas nicht geht, dann such einen weiteren Weg.
Auch wenn du das Gefühl hast du machst Schritte zurück, ist es meistens nur, weil du davor falsch abgebogen bist und jetzt weißt du, wo lang es nicht geht und, dass du einen anderen Weg probieren musst.

much Loveeeeee

deine Katja

HELLO, MY NAME IS..

Katja, 25 Jahre alt, 1.80m groß, blaugraue Augen, komme aus einer russischen Familie und bin in Deutschland geboren und auch aufgewachsen.
Das sind so die Merkmale, die auf meinem Perso stehen würden. Aber das bin ich nicht. Jedenfalls nicht nur.
Ich bin zwar in Deutschland aufgewachsen, allerdings so gar nicht deutsch erzogen worden. Ich finde man merkt, welche Mentalität mich geprägt hat. Man muss aber auch dazusagen, dass ich auch sehr viel von meinem Umfeld mitgenommen und gelernt habe. Jedenfalls kann ich ich mich weder als Russin, noch wirklich als Deutsche identifizieren.
Ich bin einfach ein Mensch.
Ein Mensch der von ganzem Herzen an die Liebe glaubt und versucht, selbst in den schlechtesten Menschen, stets das Gute zu sehen.
Ich habe diesen Blog erstellt, weil ich gerne schreibe. Mir fällt es leichter mich im Schreiben auszudrücken, als im Sprechen. Oftmals fehlen mir in der auditiven Kommunikation die passenden Worte und ich fühle mich sehr oft einfach lost. Und das obwohl ich einen recht großen Wortschatz besitze. Das fällt mir immer wieder beim Schreiben auf und ich bin immer wieder von mir selbst überrascht.
Ich schreibe gerne einfach Texte, Geschichten, manchmal Gedichte oder verfasse hier und da einen Spruch.
Ich möchte meine Gedanken und Vorstellungen gerne teilen, da ich denke es könnte einige interessieren oder gar weiterbringen.
Ich befasse mich seit Jahren mit mir selbst und setze mich mit mir auseinander. Das hört sich im ersten Moment vielleicht etwas komisch an, für jemanden der das entweder tagtäglich tut oder eben jemanden der es noch nie getan hat. Ich beschäftige mich gerne mit meiner Psyche und meinen Ansichten, denn dadurch habe ich eine Menge gelernt. Nicht nur über mich, sondern auch über andere. Ich bin jetzt keine Weise oder will gar sagen das meine Werte, Ansichten und Co. der Maßstab aller Dinge sind.
Das ist nicht Sinn und Zweck dieses Blogs.
Ich habe in meinem Leben einfach sehr viele Erfahrungen sammeln dürfen.
Einige von ihnen waren wirklich sehr hart und traumatisierend, dennoch heute bin ich hier und schreibe.
Ich bin daran nicht zerbrochen, auch wenn ich oft gefallen bin. Ich bin immer wieder aufgestanden und habe gelernt meine Emotionen durch das Schreiben auszudrücken.
Vielleicht kann ich dir ein wenig Mut machen oder ein lächeln in den dunklen Tagen schenken.
Vielleicht kann ich dir ein wenig Verständnis geben, wenn du dich unverstanden fühlst , indem du dich in meinen Texten wiederfindest.
Was es auch sein mag, vielleicht findest du es zwischen den Zeilen.
Vielleicht wird dich hier und da mal etwas triggern was du liest, aber da kann ich nur sagen:
Hinterfrage es!
Wieso triggert es dich? Was genau macht das Gefühl mit dir?
Vor allem: wo kommt das Gefühl her? Was möchte es dir sagen? Wann war dieses Gefühl mal angebracht?
Und viel mehr noch ; was hat es mit mir zu tun?

Ich möchte mich im Vorfeld auf keine spezifischen Themen festlegen, aber damit du weißt was du hier in Zukunft finden kannst, hier ein paar Themen:

  • Liebe, Trauer, Wut, Schmerz (Emotionen im Allgemeinen)
  • Gott/ Glaube
  • Selbstverwirklichung
  • Gesundheit
  • Sucht
  • Krisen
  • Motivation


Ich wünsche dir schon mal viel Verständnis und viele Erkenntnisse beim lesen!
Schicke dir ganz viel Kraft und eine dicke Umarmung!

in Liebe, deine Katja.

FIRST BUSINESS; SELFLOVE SECOND?

GELD ODER LIEBE?


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Vor genau etwas über 1,5 Jahren hab ich mich an mein eigenes Label gemacht und hab dafür richtig hart gearbeitet. Mein ganzer Tagesablauf war perfekt getaktet. Ich hatte zu dem Zeitpunkt meine Vollzeitstelle im Backoffice Management verloren.
Ab dann wurde mir klar: ICH WERDE MEIN EIGENER BOSS.
Ich weiß was ich will und jetzt setze ich meine volle Aufmerksamkeit auf mein Label. Mein nachhaltiges Label. Ich arbeitete fanatisch alle Ideen aus. Nähte jeden Tag und wenn ich das nicht tat, plante ich neue Designs, shootete mich selbst, erstellte Content für mein Instagram Account, kümmerte mich um neue alte Sachen wie: Bettdecken, Jeans oder andere alte Kleidung. Es lief. Es war bombastisch. Stets meine Vision vor Augen vergingen, Tage, Wochen, Monate. Ich fertigte 2 Kollektionen, binnen einem Jahr.
Ich startete von null, brachte mir das Nähen selbst bei. Heutzutage kann man sich alles selbst beibringen, Youtube sei dank.
Dann kam der Release. Januar 2021. Alles war perfekt vorbereitet, perfekt geplant. Doch kaum hab ich es veröffentlicht, blieb ich stehen.
Ich lernte jemanden kennen. Ich war nicht bereit für was ernstes und habe von Anfang an eine Grenze gesetzt, da ich erst ein Monat Single war.
Ich war frisch getrennt von meinem Ex Freund. Wir führten knapp 2 Jahre eine Fernbeziehung. Er lebte in der Schweiz. Ich in Deutschland. Doch durch Corona konnten wir uns nicht wie gewohnt regelmäßig sehen. Es belastete die Beziehung, da körperliche Nähe einfach wegfiel und wir beide uns nach dieser wirklich sehnten. Dadurch aber hatte ich den vollen Fokus auf mein Label und konnte meine ganze Energie da rein investieren und von dem Schmerz, den die Beziehung in mir auslöste, fliehen.
Nach einiger Zeit war für ihn der Schmerz und die Sehnsucht nicht mehr auszuhalten und so trennte er sich von mir. Ein tiefer Schlag in den Magen. Da wurde mir erneut klar, dass ein „ich warte auf dich, wenn es sein muss für immer“ doch nicht ein für immer ist. Es tat weh, aber nicht so sehr wie sein Verhalten nach der Beziehung. Er folgte innerhalb einem Tag 30 halbnackten Frauen. Lebte, wie ich seinen Insta Storys entnehmen konnte, plötzlich sein GOOD LIFE. Als ich ihm sagte, dass mich das verletzte, sagte er nur: „Nimm dir ein Beispiel an mir, ich gehe als eins voran. Hör auf traurig zu sein, das Leben geht weiter.“
Wie konnte ich diesen Kerl lieben? So rücksichtslos kannte ich ihn nicht. Dieser Mensch war mir fremd. Heute weiß ich, dass er versucht hat seinen Schmerz auf seine Art und Weise zu verarbeiten. Dennoch war ich zu tiefst verletzt.

Es nagte an meinem Ego und ich dachte: „was er kann, kann ich schon lange.“
Handlungen aus verletztem Ego und gekränktem Stolz sind nie gut.
So lernte ich einige Männer kennen und mein Selbstwert fiel immer weiter in den Keller.
Und dann lernte ich jemanden kennen. Jemanden der schon „alles“ im Leben erreicht hatte. Alles worauf ich bis dato hingearbeitet hatte.
Eine Eigentumswohnung (mit 26 Jahren) einem Ferrari in der Garage, einem Haus in Spanien. Er trank zwar jeden Tag, aber ich sah darüber hinweg und machte einfach dasselbe. Obwohl ich Alkohol über alles hasse.
Anfangs arbeitete ich noch für mein Label und wir sahen uns nur einmal am Wochenende. Aber umso mehr Zeit wir verbrachten, machte er mir klar, dass er was ernstes wolle und alles andere nur Zeitverschwendung wäre. Ich dachte mir zuerst: „wow endlich jemand mit wirklich ernsten Absichten. Endlich jemand den ich nicht mitziehen muss, sondern jemand der mich unterstützen kann.“ Er war gut erzogen und hatte gute Manieren. Eigentlich war ich nicht bereit für was Ernstes, aber wollte ich mir so einen „guten Fang“ nicht durch die Lappen gehen lassen. Er war gut zu mir und brachte mir jeden Morgen einen Kaffee und Frühstück ans Bett. Ausnahmslos JEDEN TAG. Hörte mir zu und hatte wahrhaftes Interesse an mir und meiner Story. Er gab mir dieses Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, was ich bisher nicht kannte. Jemanden an den ich mich lehnen konnte, wenn ich den halt verlor.
So etwas kannte ich nicht. Ich wurde in fast allen vorherigen Partnerschaften wirklich schlecht behandelt. Teilweise misshandelt sowohl verbal, als auch körperlich.
Ich war eig nie ein Fan von reichen Schnöseligen Typen, weil ich selbst die Frau sein wollte die, unabhängig von einem Mann, alles erreicht. Aber bei Ihm war es anders. Ich habe erst am Ende von seinen ganzen Besitztümern erfahren. Er war sehr bescheiden, demnach hatte ich ein wahres Interesse an ihm und an seiner Person.
Plötzlich war mein Pain mich selbst zu verwirklichen wie weggeblasen.
Ich wollte es zwar immer noch alles erreichen, aber plötzlich war mein Antrieb weg. Ich nahm mir Dinge vor, aber sobald er Zeit hatte, machte ich mir die Zeit auch frei.

Es war so, als wenn ich endlich alles hatte was ich wollte.
Dennoch wurde ich immer unglücklicher und konnte mir nicht erklären wieso.
Wieso stand ich mir selbst im Weg und vor allem WAS MACHTE MICH SO UNGLÜCKLICH?
Ich hatte plötzlich einen bomben Job, einen liebevollen Mann an meiner Seite, aber wurde jeden verdammten Tag immer trauriger, bis ich wieder in eine Depression verfiel.
Ich bekam Panikattacken, Ausraster und erkannte mich selbst nicht wieder. Er fragte mich was los sei, doch ich hatte keine Antwort. Er konnte es nicht verstehen. Er versicherte mir, ich könne ihm doch alles sagen und wäre bei ihm sicher. Doch ich verstand mich selbst nicht, wie sollte ich mich dann erklären?
Wie soll man jemandem erklären, was Depressionen sind, wenn er selbst davon keine Ahnung hat.
Ich war in meinem Kopf gefangen. Dann kam Tag X. Ich bekam erneut einen Nervenzusammenbruch. Ich wollte alles beenden, gab ihm seinen Schlüssel und verschwand.
Ich flüchtete in mein Auto und fuhr weg. Auf dem nächstliegenden Parkplatz blieb ich stehen. Ich fing an zu schreien. WAS TUE ICH HIER? Wieso bin ich so? Ich fuhr zurück und suchte das Gespräch.
Nach diesem Gespräch nahm er mich in den Arm und versicherte mir, dass alles gut sei und, dass er Verständnis für mich und meine Situation habe.
Am nächsten Tag fuhr ich morgens nach Hause um zu arbeiten.
Alles war gut. Plötzlich bekam ich einen Anruf von ihm: „Wir müssen reden.“ Ich ahnte nicht was dann kam. „Du hast ein zu dünnes Nervenkostüm und wir haben zu unterschiedliche Ansichten vom Leben. Das wars.“

Bitte was? Hab ich was verpasst? Ich verstand nichts mehr. 2 Tage zuvor nannte er mich noch Traumfrau und hatte einen Urlaub für uns geplant. Jetzt das. Erneut sitzen gelassen. Ich fühlte mich wirklich dreckig. Ich fühlte mich wertlos.

Ich bestrafte mich jeden Tag mit Selbsthass, machte mich für mich und meine Gefühle fertig. Wie konnte ich nur so dumm sein und mich jemanden gegenüber so öffnen.
Er hat mein wahres Gesicht gesehen und mich dafür verurteilt. „Ich bin ein Psycho“, dachte ich. „Ich bin krank“. „Ich bin nicht normal“. „Mit mir stimmt was nicht.“

Es tat einfach weh. Keine 2 Wochen später, lernte ich wieder jemanden kennen. Ich dachte mir, mein Leben will mich doch echt Veraschen. Ich bin sowas von nicht ready. Er war voll mein Typ, vom Aussehen, Mindset, Ausstrahlung und er hat die Ausbildung durchlaufen die ich erst begonnen hatte. NLP. Zudem war auch noch Russe und ich dachte mir Blatj, DAS kann doch nicht wahr sein. Wieso jetzt? Ich sagte ihm, dass ich aktuell kein Interesse hab jemanden kennenzulernen, da ich mich selbst erstmal lieben muss.
Er war geschickt die richtigen Worte zu finden, ich mein, er ist NLPler.
Und so hatte er mich. Ich ließ mich auf ein Treffen ein und blieb direkt auf ihm kleben. Er schenkte mir null Aufmerksamkeit, kein Interesse und doch wurde mein Verlangen nach ihm immer größer und größer. Ich drehte nun völlig am Rad. WAS IST NUR LOS MIT MIR? ICH HAB DAS DOCH GARNICHT NÖTIG!

Und so begann ich an mir selbst zu Arbeiten und mir wurden plötzlich so viele Dinge bewusst.
1. Hab ich einen verdammten Vaterkomplex.
2. Ich sehne mich danach Aufmerksamkeit zu erkämpfen, weil ich in meiner Kindheit immer darum kämpfen musste
3. sehne ich mich nach Geborgenheit, welche ich in der Kindheit nie verspürt habe
4. bin ich auf der Suche nach Verständnis, weil ich mir selbst keins geben kann
5. Ist Liebe auf Distanz für mich einfacher, da ich mit wahrer Nähe nichts anfangen kann und wahre Nähe in mir ein Unbehagen auslöst
6. suche ich mir immer Männer, die sehr selbstsüchtig sind und wo ich das Gefühl habe mich Selbstaufzuopfern zu müssen
7. suche ich mir Männer die mich „brauchen“ und welche ich mitziehen kann, erreichen sie das, verschwindet meine Liebe
8. gibt es kein Drama in einer Beziehung, mache ich Drama. Ohne Drama kein Gefühl von Liebe ( weil es mir von klein auf vertraut war)

So und was mache ich mit den ganzen Informationen die ich erkannt habe?
Ich muss Liebe für mich neu definieren. Ich muss nicht, ich will. Dafür muss ich erstmal an dem Bild arbeiten, welches ich von mir selbst habe.
Nach außen wirkte ich ich wahrscheinlich total selbstbewusst. Aber Selbstbewusst, bedeutet sich selbst bewusst. Und das bin ich nicht. Auf jeden Fall schon ein wenig mehr als zuvor. Aber ich bin noch nicht am Ende angelangt. Auch wenn das Arbeit für das ganze Leben sein wird.
Ich weiß es lohnt sich.

Was mir geholfen hat mir meiner selbst ein wenig mehr bewusst zu werden, meiner Fähigkeiten und wahrer Stärke, ist eine Timeline.
Von meiner Geburt bis heute.
Ich schrieb alle traumatischen Erlebnisse meines Lebens auf.
Es war hart, ich konnte teilweise nicht mehr sehen was ich schrieb, weil mir die Tränen nur so über mein Gesicht strömten und die ganze Sicht verschwomm.
Doch als ich das „Meisterwerk“ danach betrachtete, musste ich wahrhaftig lachen. Wie konnte ich bisher so unsicher unterwegs sein?
Mir war bis zu dem Zeitpunkt nie wirklich bewusst, was ich alles gemeistert hatte.
ALLEINE. Wie konnte ich jemals an mir zweifeln? Wie konnte ich jemals an meinen Emotionen zweifeln?
Ein Mensch der SOWAS DURCHLEBT hat und heute hier steht, so wie ich, der ist ein wahrer Motherfucker.
Das was ich fühle ist ANGEBRACHT! Das wie ich denke, ist in Ordnung. Mein Handeln, einfach alles ist meiner Erfahrungen nach angemessen.
Das erste mal in meinem Leben verspürte ich kein Selbstmitleid, sondern wahres Verständnis.

Mir ist jetzt klar, wieso das mit dem Label nicht langfristig klappen konnte.
Ich muss erstmal meine emotionalen Ereignisse aufarbeiten und mit mir selbst im reinen sein, damit ich wirklich was reißen – und es bis zum Ende durchziehen kann. Alles andere würde mich immer wieder zurückwerfen.

Das Mädchen mit dem zerbrochenen Herzen

Es war einmal ein Mädchen,

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was in der Gesellschaft kein Mädchen mehr war. Sie war eine Frau, denn sie war schon Mitte 20. Doch innerlich war sie einfach nur ein kleines zerbrochenes Mädchen. Stets auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit.

Sie suchte vergeblich nach den Dingen die ihr in Ihrer Welt verborgen geblieben sind. Diese Dinge kannte sie nur von anderen. Sie sah wie andere Menschen all diese Dinge bekamen und ihre Sehnsucht wurde immer größer und größer. Ihr Herz schmerzte immer mehr und die Leere wurde unerträglich.
Sie versuchte die Leere zu füllen mit materiellen Dingen die ihr eigentlich nichts bedeuteten, doch für einen kurzen Moment, sie diesen Schmerz vergessen lies.
Sie versuchte es mit wildem Sex zu füllen, doch auch das half nicht. Danach fühlte sie sich immer noch schlechter und begann diesen Schmerz mit Alkohol und Drogen zu betäuben.

Drogen. Ja das gab ihr was. Diese wärme, dieses Gefühl von Leichtigkeit, dieses unglaubliche Gefühl von nichts. All ihre Schmerzen waren wie weggeblasen. Sie fühlte sich endlich frei und unabhängig. Unabhängig von anderen Menschen. Erlöst von dem Schmerz. Und so begann ihre Liebesgeschichte. Sie verbrachte Nächte in Clubs, wo die Luft feucht war, die Musik so laut, dass es für andere unerträglich war, dort wo sie einfach fliegen konnte. Frei sein, von allem was sie draußen erdrückte. Hier war alles egal. Hier konnte sie einfach sein. Mit niemandem reden. Einfach tanzen. Einfach leben. Hier füllte der Bass die leere. Die Dunkelheit wurde ihr bester Freund. Denn niemand verurteilte sie hier. Niemand gab ihr Ratschläge. Niemand wollte sie eines besseren belehren.

Wenn sie wollte konnte sie sich den ganzen Kummer mit irgendwelchen Menschen von der Seele reden. Menschen die sie danach nie wieder sehen musste. Hier hatten die Menschen Verständnis. Sogar ein wenig Liebe übrig und vor allem Empathie. Denn alle Wesen hier, flüchteten genauso wie sie. Sie flüchteten alle vor der Realität. Jeder hatte sein Päckchen zu tragen was so unerträglich in dem Moment für sie war, denn sonst wären sie nicht hier.
Es gab Tage da meidete sie jeden Kontakt, und Tage an denen sie dorthin ging nur um zu reden.

Irgendwann war die Realität zu unerträglich, da fing sie an die Drogen auch im Alltag zu konsumieren. Der Schmerz trat immer heftiger auf. Sie bekam das alles so in den Griff, dass niemand etwas merkte.
Für ihr Umfeld, war sie normal. Sie funktionierte. Keiner sah wie schlecht es ihr ging. Wenn sie versuchte sich anderen mittzuteilen, zuckten diese mit den Achseln und sagten sie soll sich nicht so anstellen.

Irgendwann konnte sich sich selbst nicht mehr anlügen, und gestand sich ein:
Ich habe ein Problem. SO kann das nicht mehr weitergehen. DAS kann nicht das Leben sein. Soll DAS das Leben sein?
Sie musste weg. Ganz weit weg. Und so kündigte sie ihren Job und buchte sich ein Ticket. ONEWAY.
„Ich komme nie wieder“, dachte sie sich.
Sie packte ihre Sachen und innerhalb eines Monats verließ sie das Land.
Sie verließ nicht nur das Land, sondern auch den Kontinent.

Teneriffa. Dort sprach man kein deutsch. Spanisch oder Englisch standen ihr zur Auswahl. Von den beiden beherrschte sie keine Sprache. Es war ihr egal. Der Schmerz war größer als die Angst.
Dort angekommen checkte sie in ihr Hostel ein, wo sie jetzt erstmal leben und arbeiten sollte.

Die ersten Wochen waren hart, da sie sich nicht mitteilen konnte. Ihr fehlten die Worte. Sie fühlte sich lost. Sie war unsicherer als je zuvor, sie verließ nicht nur im Außen die Komfortzone, sondern auch im Innern. Sie war auf Entzug. Sie dachte hier wird alles anderes. Jeden Morgen wachte sie auf mit dem schönsten Ausblick ins Paradies. Sie konnte es nicht genießen. Sie verstand nicht weshalb. Sie müsste doch jetzt glücklich sein. Dankbar. Was war los? Eines Tages kam einer aus ihrem Zimmer zu ihr und sagte ihr: “ Ich glaube du trägst einen riesen Schmerz mit dir herum. Ich glaube du hast sehr schlimme Dinge erlebt. Du lächelst jeden Tag, doch ich glaube dahinter verbirgt sich ein riesen Schmerz.“
Sie war total vor den Kopf gestoßen, ihr Englisch war zu schlecht um zu antworten, aber ohnehin hätten ihr die Worte gefehlt. Wie kann es sein, dass Menschen mit denen sie kein Wort gesprochen hatte, sie Verstanden? Wie konnte es sein das Fremde ihr wahres ich sehen konnten? Und WIE KANN ES SEIN DAS DIE MENSCHEN DENEN SIE SICH ERKLÄRT HATTE MIT ABER TAUSENDEN WORTEN SIE NIE VERSTANDEN HABEN? „Wieso bin ich überhaupt jetzt hier? Wieso nicht schon letztes Jahr? Wieso jetzt? Wäre ich doch nur schon letztes Jahr hergekommen, wäre ich nicht so abgerutscht und auf Drogen und hätte mich vielleicht auffangen können und mich besser mitteilen…“, dachte sie sich.

Am nächsten Tag packte sie einen Rucksack mit was zu trinken, 2 Wraps und beschloss den Berg, den sie jeden Morgen gesehen hatte, hinauf zu gehen. Sie wusste zwar nicht wie sie dorthin kommen würde, aber sie vertraute einfach darauf, dass ihr innerer Kompass sie führen wurde.
Und so lief sie im frischen Morgen los, als die Sonne noch nicht ganz aufgestiegen war. Sie lief und lief. Dachte an nichts. Sie bemerkte nicht einmal, dass sie schon den Berg erreicht hatte und schon begonnen hatte diesen zu besteigen.
Bis sie relativ weit oben an eine Absperrung kam. Dort zögerte sie. Es war ein Steinbruch. Ein riesen Brocken war abgebrochen weshalb diese „Straße“ gesperrt war. Kurz bevor sie sich umdrehte um zurückzugehen, kam ein Jogger hinter der Absperrung hindurch.
Sie zögerte nicht lange und auch sie überquerte diese. Ein kurzes mulmiges Gefühl kam in ihr herauf. Sie bekam weiche Knie, doch das hinderte sie nicht weiter zu gehen. Sie ging zum Rand des Felsens und blieb stehen. Sie sah den unendlich weiten Ozean, der sich mit dem Himmel verband. Sie fühlte die Briese gemischt mit den warmen Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Sie sah das Wasser wie es durch die Sonnenstrahlen glitzerte. In dem Moment füllten ihre Augen sich mit Tränen und es wurde ihr klar wieso sie hier war. Wieso jetzt. „Gott macht keine Fehler. Er hat mich gerufen. Ich musste durch all das hindurchgehen um zu ihm wieder zu kommen. Er hat mich durch all das gehen lassen, um zu lernen. Um zu verstehen.“