MACH UNMÖGLICHES MÖGLICH

Photo by Anna Tarazevich on Pexels.com

Ich hab oft gehört: „Das ist sehr sportlich.“ „Das wird schwer.“ „Das schaffst du nicht.“ „Das ist unmöglich zu schaffen.“
Nun ja. Schaff ich nicht, kenn ich nicht. Ich bin manchmal wie ein Bock. Manchmal ist das ein Fluch und manchmal, sogar ziemlich oft, ein Segen. Ich bin die Ungeduld in Person. For real. Wenn ich etwas will, dann krieg ich es. Ich würde sagen, koste es was es wolle, aber das stimmt nicht. Ich zahl nicht jeden Preis, sondern den, den ich bereit bin zu zahlen.
Momentan war bei mir wirklich sehr viel los. Ich bin von Zuhause raus, surfte von Couch zu Couch, bis…
ja bis ich mir die Krätze eingefangen hatte. Das wars, dachte ich. Ich muss wieder nach Hause. Und das obwohl ich absolut nicht konnte. Mental versteht sich.
Wieder einen Schritt zurück. Nach 4 Wochen die ich Ruhe hatte und einfach zwischenzeitlich für mich sein konnte.. wieder zurück ins alte Leben.. Unvorstellbar.
Ich hatte davor schon nach Wohnungen gesucht und die Antwort meiner Freunde war oftmals sehr ernüchternd: „Bis zum 01.09? Das schaffst du nicht. Nimm den Druck raus und setz dir realistische Ziele.“
Realistische Ziele also. Was soll das sein?
Wieso ist es unrealistische innerhalb 1 Monat eine Wohnung zu finden? Was für ein Blödsinn. Es ist vielleicht nicht gerade einfach und man braucht viel Ausdauer und vor allem, einer meiner Stärken, WILLENSSTÄRKE, aber es ist alles machbar.
Ich wollte es nicht ihnen beweisen, sondern in erster Line mir.
So deaktivierte ich alle Social Media Accounts, löschte diese von meinem Handy und unteranderem auch WhatsApp. Ich brauchte jetzt kein Mitleid, gut gemeinte Ratschläge oder gar einfach nur störende Nachrichten. Was ich brauchte, war meine volle Kraft und Aufmerksamkeit für eine Wohnung.
Für MEINE Wohnung.
Ich hatte ungefähr 15 Besichtigungen, davon 15 Absagen. Es war wirklich ernüchternd. Dann kam auch noch die verfickte Krätze und ich musste Heim.
Ich sah es fast schon als Niederlage. Meine Nerven lagen blank. Ich dachte nach aufzugeben, aber Aufgeben ist keine Option. Es juckte am ganzen Körper und ich konnte natürlich die ganzen anderen Besichtigungstermine nicht wahrnehmen. Und wie das halt so ist, wurde die Liste der Immobilien immer kürzer, immer weniger Wohnungen wurden inseriert. Auf die Wohnungen die jetzt online waren, waren am ersten Tag schon über 1000 Klicks und mindestens 50 Bewerber. Keine Chance dachte ich.
Doch ich schrieb weiter und weiter.
Währenddessen wurde es für mich Zuhause unerträglicher und suchte das Gespräch. Ein Gespräch was schon viel zu lange überfällig war. Ich setze mich mit meinen Eltern an den Tisch und packte alles aus. Kein Vorwurf, keine Unterstellung sondern alles was mir auf der Seele lag.
Ihr müsst wissen, das habe ich noch nie gemacht. Ich hab noch nie über meine Gefühle, meine Gedanken oder meine Vergangenheit mit meinen Eltern gesprochen. Ich dachte immer es sei kein Platz dafür. Doch jetzt nahm ich mir den Platz.
Es lief nicht ganz wie erwartet, es eskalierte schnell. Doch nun hatte ich reinen Tisch gemacht.
25 Jahre hab ich nichts gesagt, und jetzt war alles raus.
Ich kam meinen Eltern näher indem ich mich verwundbar gemacht hatte, ihnen von meiner ganzen Vergangenheit erzählt habe, ihnen die Tochter gezeigt die sie aus meiner Sicht niemals haben wollten.
Ich war im reinen mit mir und mit ihnen.
In dem Moment vollzog sich bereits ein Wandel in mir, meiner Welt und meiner Wahrnehmung.
Ab diesem Moment schaffte ich Distanz, von meinem eigentlichen ich zu meinem wahren ich. Der Schein den ich mein Leben lang versucht aufrecht zu halten, war einfach weg.
Es war als ob ich den ganzen Ballast einfach abgeworfen habe. Ich fühlte mich eine Tonne leichter und einfach leer.
Das Verhältnis wurde zunehmend besser in den darauffolgenden Tagen.
Meine Mutter fragte mich gestern ob wir spazieren gehen wollten und ich stimmte zu. Wir gingen und das erste mal konnte ich einfach wirklich offen sprechen ohne zu etwas im Hinterkopf zu haben, ohne die Angst, sie verletzen zu können.
Es war wunderschön. Plötzlich bekam ich eine spontane Zusage für einen Besichtigungstermin, ich war genervt, da ich absolut nicht vorbereitet war. Weder geduscht noch sonst etwas. Der Termin wäre in 1,5 Stunden, wir hatten schon halb 8 und wir müssten eine Stunde auf jeden Fall fahren. Ich war kurz davor abzusagen, doch meine Mutter ermutigte mich, dass ich es schaffen könnte.
So gingen wir schnellen Schritts nach Hause, ich machte mich in Rekordzeit fertig und ich fuhr los.
Besser gesagt wir. Das erste mal nahm ich meine Mutter zu dem Besichtigungstermin mit.
Es war mein Bonus, nämlich das wofür ich mich bei meiner Mutter schämte, bekam ich letzten Endes Pluspunkte, ihren Charme.
Ich als Tochter hab es ganz anders wahrgenommen als außenstehende. Das wurde mir zum ersten Mal bewusst. Der Vermieter war so glücklich, sodass er mir an diesem Abend versicherte er sage alle weiteren Besichtigungen ab und würde mir den Mietvertrag direkt zukommen lassen.
DREI MAL DÜRFT IHR RATEN WER GERADE DEN MIETVERTRAG UNTERSCHRIEBEN HAT UND ZUM 01.09 IN SEINE ERSTE WOHNUG EINZIEHT?????????????
RICHTIG ICH!!!!!

Was ich daraus für mich mitnehme:
im Leben kommt meistens alles anders als man denkt oder es sich wünscht.
Es kommt IMMER alles zum richtigen Zeitpunkt.
Durchhaltevermögen ist wichtiger als Geduld. Ohne Ungeduld würde man es sich zu gemütlich machen.
Gott hat einen Plan und du kannst weinen, schreien, dich versuchen zu widersetzen, doch letzten Endes kommt alles sowieso so wie es soll.
Vertraue mehr auf das, dass alles zu deinem Gunsten kommt, auch dann wenn es manchmal nicht so scheint.
Gott hat einen Plan und deine Aufgabe ist es einfach zu vertrauen, und weiter zu machen, nicht stehen zu bleiben, sondern alle möglichen Optionen in Betracht zu ziehen. Und wenn etwas nicht geht, dann such einen weiteren Weg.
Auch wenn du das Gefühl hast du machst Schritte zurück, ist es meistens nur, weil du davor falsch abgebogen bist und jetzt weißt du, wo lang es nicht geht und, dass du einen anderen Weg probieren musst.

much Loveeeeee

deine Katja

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